Manche Arten von Geschwindigkeitsmessgeräten, die für die Verkehrsüberwachung eingesetzt werden, bestimmen die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge im Wesentlichen aus der Steigung einer Ausgleichsgeraden. Vor Gericht wird diesem Messwert gelegentlich ein nachträglicher Schätzwert gegenübergestellt, der durch die Steigung der Verbindungslinie zwischen erstem und letztem Messpunkt gegeben ist. Hier wird analytisch gezeigt, um wie viel größer die Standardabweichung des Schätzwertes im Vergleich zu der des Messwertes ist, also um wie viel weniger verlässlich er ist. Dies gilt auch bei Lücken in der Abfolge von Messpunkten. Der Schätzwert ist daher nicht geeignet, einen amtlichen Messwert in Zweifel zu ziehen. An einem Beispiel aus der Praxis wird dies illustriert.
Several types of speed measurement devices for traffic enforcement determine the speed of passing vehicles basically via the slope of a linear regression line. In court, this speed value is sometimes challenged with an estimate given by the slope of the line connecting the first and the last measurement point. Here is is shown analytically how much larger the standard deviation of the estimated velocity is, compared to the standard deviation of the measured value, i.e., how much less reliable it is. This remains true even when there are gaps in the sequence of measurement points. The estimated velocity value therefore cannot cast doubt on the official measurement value.
Kostenfreier Zugang
Open Access Hybrid
Rechteinformation
CC BY 4.0 ; Creative Commons Attribution 4.0 License
Zitierung
Wynands, R. (2018). Schätzwerte in der Geschwindigkeitsüberwachung: Der Qualitätsunterschied zwischen einer Ausgleichsgeraden und der Geraden durch deren Endpunkte. Technisches Messen, 85(2), 128–136. https://doi.org/10.1515/teme-2017-0124