Zugriffsnummer 23886
Dokumenttyp Konferenzartikel
Sprache Deutsch
Titel Das ArchiSafe-Projekt: Möglichkeiten und Nutzen
Autor(in); Institution
Hackel, Siegfried; Q.4, Informationstechnologie, PTB-Braunschweig
Quelle/Jahr Für die Zukunft sichern! : Bestandserhaltung analoger und digitaler Unterlagen ; 78. Deutscher Archivtag 2008 in Erfurt:(2009), 143 - 156
Schriftenreihe Tagungsdokumentation zum Deutschen Archivtag: 13
ISBN 978-3-9811618-2-3
Verlag Fulda: Selbstverl. des VdA
Konferenzangaben 78. Deutscher Archivtag 2008, Erfurt, 16-19, September, 2008, Deutschland
Freie Schlagworte Langzeiterhaltung digitaler Unterlagen ; Archisafe
Zusammenfassung In dem durch die Initiative BundOnline 2005 geförderten Einer-für-Alle - Projekt ArchiSafe wurden die Grundlagen für die rechtssichere Langzeitspeicherung qualifiziert elektronisch signierter digitaler Dokumente entwickelt. Aus ArchiSafe heraus wurde bereits im Jahr 2005 ein Prototyp entwickelt, der in der Lage ist, mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehene Dokumente zeitlich praktisch unbegrenzt rechtssicher zu speichern. Obwohl es weder ein einheitliches Gesetz noch einen einheitlichen Standard zur Aufbewahrung von Dokumenten gibt, können die rechtlichen, funktionalen und organisatorisch-technischen Anforderungen auf sechs Grundanforderungen zusammengefasst werden: Vollständigkeit, Lesbarkeit, Integrität, Authentizität, Verkehrsfähigkeit, Verfügbarkeit. Diese sechs Grundforderungen gelten unstrittig auch für qualifiziert elektronisch signierte digitale Dokumente. ArchiSafe erfüllt alle sechs Grundforderungen. Bei ArchiSafe ist das führende Dokument ein qualifiziert signiertes PDF/A - Dokument. Dieses Dokument wird in einen XML – Container mit Meta- und Signaturdaten eingebettet. Diese Vorgehensweise bietet mehrere Vorteile, z. B.: - Ein signiertes PDF/A – Dokument kommt dem Erscheinungsbild der bisherigen "Papierwelt" am nächsten und wird damit leichter vom Bürger akzeptiert als alle anderen Vorgehensweisen. PDF/A ist vom DIN und der ISO unter dem Gesichtspunkt standardisiert worden, ein Format für die Langzeitspeicherung zu definieren. Weiterhin gibt es einen vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierten PDF - Viewer. Für andere Formate gibt es keinen derartigen Viewer. - In PDF/A können bildhafte Darstellungen wie z. B. eingescannte Dokumente mit aufgenommen und, wenn die Voraussetzungen dafür erfüllt sind, mit Hilfe der qualifizierten elektronischen Signatur beglaubigt werden. - Aus PDF/A - Formulardokumenten können die Inhalte der Formularfelder elektronisch ausgelesen und z. B. als Metadaten in den XML - Container portiert werden. So erreicht man, dass die Daten in den Formularfeldern nicht mehr mühsam und fehlerträchtig abgetippt werden müssen. Sie stehen der elektronischen Weiterbearbeitung zur Verfügung. - Ein weiterer wichtiger Vorteil der Vorgehensweise liegt darin, dass ein späteres, rechtmäßig notwendiges Löschen von Dokumenten, z. B. aus datenschutzrechtlichen Gründen, einwandfrei möglich ist. - Insbesondere ist die Erstellung eines sogenannten Beweisdokumentes zur Vorlage bei Gericht problemlos möglich. Alle dafür benötigten Daten liegen vor. Die exakte bildhafte Darstellung, die PDF/A zusammen mit dem zertifizierten Viewer garantiert, ist dabei von großem Vorteil. Als Ablagemedien können alle wiederbeschreibbaren Medien zum Einsatz kommen, die im Vergleich zu den bisher häufig im Umfeld der Archivierung anzutreffenden Medien (sogenannte WORM-Medien) einen sehr preiswerten Zugriff auf die Daten erlauben, da sie WORM-Medien obsolet machen. Die sichere Aufbewahrung der Dokumente ist nur noch vom Aufwand abhängig. Die Speicherung der Daten in einer professionellen Rechenzentrumsumgebung bietet eine sehr hohe Sicherheit. Aber auch ganz andere Technologien wie z. B. die bitweise Speicherung von Daten als Pixel auf Mikrofilmen "für die Ewigkeit" sind möglich. Die Ergebnisse des Projektes ArchiSafe sind frei verfügbar. Das erstellte ArchiSafe - Schutzprofil (Protection Profile) nach Common Criteria sowie eine technische Richtlinie wurde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik überprüft. Damit ist es noch im Jahr 2008 möglich, am Markt Produkte zu kaufen, die nach entsprechender Zertifizierung ArchiSafe - konform arbeiten. Das Projekt ArchiSafe hat im Rahmen des 6. eGovernment Wettbewerbs des Bundesministeriums des Inneren zusammen mit dem Netzwerkspezialisten Cisco Systems GmbH und dem Beratungsunternehmen BearingPoint GmbH in der Kategorie "Innovativster Technikeinsatz" den ersten Platz belegt. Kontakt: Prof. Dr. Siegfried Hackel, Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), Q.4, Informationstechnologie, Bundesallee 100, 38116 Braunschweig, E-Mail: Siegfried.hackel@ptb.de

Zitierung

Hackel, S. (2009). Das ArchiSafe-Projekt: Möglichkeiten und Nutzen. 78. Deutscher Archivtag 2008, Erfurt, 16-19, September, 2008, Deutschland.

Exportieren

PTB-Publica Menü

Sprache wechseln: uk flag