Zugriffsnummer 21077
Dokumenttyp Zeitschriftenartikel
Sprache Deutsch
Titel Plasmen - Materie und Strahlung bei sehr hohen Temperaturen
Autor(in); Institution
Seidel, Joachim; 7.2, Detektorradiometrie, PTB-Berlin
Steiger, Andreas; 7.2, Detektorradiometrie, PTB-Berlin
Quelle/Jahr PTB-Mitteilungen: 117 (2007), 3, 282 - 286
ISSN 0030-834X
DOI
Verlag Bremerhaven: Wirtschaftsverl. NW
Zusammenfassung Erhitzt man "gewöhnliche" Materie auf immer höhere Temperaturen, so reicht die thermische Energie der Einzelteilchen schließlich aus, um in inelastischen Stößen zunächst Molekülbindungen aufzubrechen und dann auch Neutralatome anzuregen und zu ionisieren*; bei extrem hoher Temperatur können auch Atomkerne gesprengt werden oder miteinander verschmelzen (Kernfusion). Ein heißes Gas, das insgesamt elektrisch neutral ist, aber so viele freie elektrische Ladungen (Elektronen und ein- oder mehrfach geladene Ionen) enthält, dass deren elektromagnetische Wechselwirkung untereinander oder mit äußeren elektromagnetischen Feldern die Systemeigenschaften wesentlich bestimmt, bezeichnet man in der Physik als Plasma (Langmuir 1929). Weil sich die Eigenschaften von Plasmen teils deutlich von denen von Neutralgasen unterscheiden, wird der Plasmazustand gelegentlich auch als "vierter Aggregatzustand" der Materie (neben dem festen, flüssigen und gasförmigen Zustand) bezeichnet. Plasmen sind zunächst im Rahmen der Gasentladungs- und der Ionosphärenphysik untersucht worden, vor allem aber von der Astrophysik, denn der weitaus überwiegende Teil der uns bekannten Materie im Weltall befindet sich im Plasmazustand. Tatsächlich befindet sich also die uns auf der Erdoberfläche umgebende Materie in einem sehr seltenen Zustand, und das Plasma ist der im Universum "gewöhnliche" Materiezustand. Seit etwa 1950 ist das Interesse an der Plasmaphysik wegen der Möglichkeit der Energieerzeugung durch kontrollierte Kernfusionsreaktionen in sehr heißen Plasmen mit Temperaturen im Bereich von 100 Millionen Kelvin stark gestiegen. In diesem Zusammenhang sind in den letzten Jahrzehnten sowohl magnetisch eingeschlossene als auch mit Höchstleistungslasern erzeugte Plasmen intensiv untersucht worden.

Zitierung

Seidel, J. & Steiger, A. (2007). Plasmen - Materie und Strahlung bei sehr hohen Temperaturen. PTB-Mitteilungen, 117(3), 282–286. https://doi.org/10.7795/310.20070399

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